Vorwort 155

zurück zu Pionier 155

altLiebe Oldtimer- und Lanz-Bulldog-Freunde und Freundinnen!

Mit dem Jahr 2017 geht wieder mal ein vielfältiges Jahr mit vielen interessanten Oldtimer-Traktoren Treffen zu Ende. Natürlich begeistern die großen Treffen wie zum Beispiel Brokstedt, Oyten, Leipzig und Nordhorn viele von uns Oldtimerfreunden. Aber nicht nur
durch die großen Veranstaltungen lebt die Szene, sondern vor allem durch die regionalen Treffen, die von vielen kleinen Vereinen überall bei uns im Norden und natürlich auch in der ganzen Republik ausgerichtet werden. Da wird gedroschen, gepflügt, gedengelt und Musik gemacht. Längst ist unser Hobby alte Landtechnik ein Teil unserer Gesellschaft geworden. Die Aufmerksamkeit, die uns Treckerverrückten in den Regionalprogrammen des Fernsehens zu Teil wird, zeigt diesen Trend, der sich in Fernsehberichten wie „Treckerfahrer dürfen das“ oder „Die beliebtesten Trecker Norddeutschlands“ widerspiegelt. Auch wenn ich nicht jede Darstellung zu schätzen weiß, so freue ich mich doch über die Wellen, die unser Hobby in der Öffentlichkeit schlägt.

Wellen schlugen und schlagen bis heute auch die Trecker, die durch den Schlamm auf den Feldern fahren. Dieses Jahr zeichnet sich vor allem durch außergewöhnlich hohe Niederschlagsmengen aus. Wohin man auch schaut, bei uns steht überall Wasser auf den Feldern. Die Getreideernte konnte nur verspätet eingebracht werden, bei der Maisernte gab es viele Probleme aufgrund von nassen Feldern und festgefahrenen Abfahrwagen und Maishächslern. Auf einigen Feldern steht heute noch der Mais. Noch schlechter sieht es bei den Zuckerrüben und Kartoffeln aus, hier sind viele Flächen bis heute nicht abgeerntet und die Kartoffeln und Rüben vergammeln in der Nässe auf dem Feld. Selbst wenn es ab jetzt trocken wird, die Probleme ziehen sich noch bis zum nächsten Jahr und sogar darüber hinaus durch. Wegen der Nässe konnten viele Felder einfach nicht wieder bestellt werden, das heißt, die Saat für das nächste Jahr ist noch nicht in der Erde und dafür ist es jetzt natürlich zu spät. Noch vor hundert Jahren hätte diese extreme Nässe wohl zu einer Hungersnot in der deutschen Bevölkerung geführt. Aber wir sind ja heute ein Industriestaat und nicht mehr so auf die Landwirtschaft angewiesen wie damals. Leider befürchte ich, dass die Forscher recht haben und der Klimawandel für unser bescheidenes Wetter verantwortlich ist. Im Schnitt werden die Sommer kühler und nasser, die Winter hingegen wärmer, und das alles einhergehend mit größeren Niederschlagsmengen. Das heißt natürlich nicht, dass es nur noch verregnete Sommer und milde Winter geben wird, aber der Trend geht wohl unaufhaltsam dahin. Wir alle und vor allem unsere Landwirtschaft werden sich auf Dauer dieser neuen Situation anpassen müssen, um die Kapriolen, die uns das Wetter schlägt, irgendwie auszugleichen. – „Klima ist das was wir erwarten – Wetter ist das was
wir bekommen! “

Unser Vorstand und ich wünschen allen Clubmitgliederinnen und Clubmitgliedern sowie allen Abonnenten des Pioniers und allen Freunden unseres Vereins ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest, ein gutes und erfolgreiches Neues Jahr.
Und natürlich viel Spaß mit eurem Trecker.

Euer
Michael Bollweg